Was Unternehmen von Fernwartungslösungen wirklich brauchen – Einblicke aus unseren ersten Experteninterviews
In den vergangenen Wochen haben wir ausführliche Experteninterviews mit Unternehmen geführt, die Fernwartungslösungen täglich einsetzen. Darüber hinaus haben bereits einige weitere Unternehmen an unserem Online-Fragebogen teilgenommen. So entsteht Schritt für Schritt ein fundiertes Bild davon, welche Anforderungen in der Praxis tatsächlich entscheidend sind, wo Herausforderungen bestehen und welche Schwerpunkte unsere weitere Projektarbeit setzen sollte.
Karlsruhe & Dorsten, 19. August 2026
In den vergangenen Wochen haben wir ausführliche Experteninterviews mit Unternehmen geführt, die Fernwartungslösungen täglich einsetzen. Darüber hinaus haben bereits einige weitere Unternehmen an unserem Online-Fragebogen teilgenommen. So entsteht Schritt für Schritt ein fundiertes Bild davon, welche Anforderungen in der Praxis tatsächlich entscheidend sind, wo Herausforderungen bestehen und welche Schwerpunkte unsere weitere Projektarbeit setzen sollte.
Was brauchen die Unternehmen?
Trotz unterschiedlicher Unternehmensgrößen und Einsatzbereiche zeigt sich bereits ein klares Gesamtbild. Gefragt sind keine überladenen Zusatzfunktionen, sondern zuverlässige, praxisnahe Lösungen. Im Mittelpunkt stehen vor allem kurze Reaktionszeiten und die Vermeidung von Anlagenstillständen. Muss dennoch eingegriffen werden, soll dies schnell und unkompliziert möglich sein.
Ebenso wichtig ist eine einfache Bedienung und Administration. Fernwartungslösungen sollten sich ohne großen Schulungsaufwand einsetzen lassen und idealerweise nahezu nach dem Plug-and-Play-Prinzip funktionieren. Sicherheit wird dabei von allen Befragten als grundlegende Voraussetzung angesehen. Dazu gehören unter anderem eine lückenlose Protokollierung aller Fernwartungssitzungen sowie ein kompetenter und gut erreichbarer Support. Ein weiterer häufig genannter Wunsch ist die Möglichkeit, jeden Fernzugriff vorab manuell durch den Betreiber freizugeben.
Im Verlauf der Interviews sind uns zudem einige interessante Unterschiede und Herausforderungen begegnet. Besonders deutlich wird dies beim Thema Cloud: Während einige Unternehmen konsequent auf Cloud-Lösungen setzen, bevorzugen andere ausschließlich lokale Installationen oder verfolgen einen hybriden Ansatz.
Ein weiterer wichtiger Kosten- und Zeitfaktor ist die mangelnde Kompatibilität verschiedener Fernwartungslösungen sowie uneinheitliche Sicherheitsstandards. Insbesondere bei internationalen Kunden gestaltet sich die Einrichtung häufig aufwendiger – nicht zuletzt aufgrund unterschiedlicher technischer Anforderungen und möglicher Sprachbarrieren.
Darüber hinaus zeigte sich, dass zahlreiche Geräte noch immer lokal über herstellerspezifische Software betreut und anschließend mithilfe klassischer Desktop-Sharing-Lösungen wie RDP oder TeamViewer ferngewartet werden. Interessant ist außerdem, dass bei einigen Unternehmen bereits die Bezeichnung „Open Source“ ausreicht, um einer Lösung mit Skepsis zu begegnen.
Wie geht es jetzt weiter?
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die nächsten Arbeitsschritte des Projekts ein. Im Fokus steht nun eine Marktanalyse der Fernwartungslösungen, die in den befragten Unternehmen bereits im Einsatz sind. Ziel ist es, herauszufinden, welche Produkte besonders verbreitet sind und welche Gründe für ihre Auswahl ausschlaggebend waren.
Parallel dazu beschäftigen wir uns intensiv mit den regulatorischen Rahmenbedingungen. Wir analysieren die relevanten Industrie-4.0-Vorgaben, arbeiten die Anforderungen der IEC 62443 systematisch auf und leiten daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Umsetzung ab. Darüber hinaus untersuchen wir die Anforderungen des Cyber Resilience Act (CRA) und deren Auswirkungen auf zukünftige Fernwartungslösungen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Unternehmen, die sich Zeit für ein Interview genommen oder unseren Online-Fragebogen ausgefüllt haben. Ihre Erfahrungen und Anregungen leisten einen wertvollen Beitrag zum Projekt. Der kontinuierliche Austausch mit der Praxis bleibt ein zentraler Pfeiler von FERN-KOMPASS, und wir freuen uns auf viele weitere spannende Gespräche in den kommenden Wochen.
FERN-KOMPASS gehört zu Mittelstand-Digital
Mit dem Mittelstand-Digital Netzwerk unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen und dem Handwerk. Das Mittelstand-Digital Netzwerk bietet mit den Mittelstand-Digital Zentren und der Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft umfassende Unterstützung bei der Digitalisierung mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz. Kleine und mittlere Unternehmen profitieren von konkreten Praxisbeispielen und passgenauen, anbieterneutralen Angeboten zur Qualifikation und IT-Sicherheit. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenfreie Nutzung.
Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstand-digital.de.